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Meinung
Stefan Hatt
Stefan Hatt

ist Präsident des Expert Board ETIT von Electrosuisse und Senior Manager bei Consenec AG.

  • Consenec AG
    5405 Dättwil
  • email
24.09.2017  | 

Mehr Intelligenz fürs Netz

Das Versorgungssystem für elektrische Energie wandelt sich rasanter und tiefgreifender als je zuvor. Wie kann die Versorgung künftig gesichert werden? In einem System, in dem nicht mehr nur einige grosse Kraftwerke die Verbraucher bedienen? Der Anteil erneuerbarer Energien, deren Angebot von Natur aus Schwankungen unterliegt, wächst in Europa rapide. In der EU tragen regenerative Quellen inzwischen knapp 30% zur Stromversorgung bei, gut 10% davon liefert die Wasserkraft.

In der Schweiz ist die Wasserkraft bereits dominant. Doch im Zuge der Energiestrategie 2050 soll der Ausbau der «neuen» erneuerbaren Energieträger wie Sonne, Wind und Biogas stark vorangetrieben werden. Über Importe beziehen wir bereits jetzt einen gewichtigen Teil von Sonnen- und Windenergie vor allem aus Deutschland und Dänemark. Auch bleibt die Schweiz die Drehscheibe für die Stromflüsse zwischen Nord- und Südeuropa.

Das bedingt eine Ertüchtigung und einen Umbau der Netze für die Gewährleistung der Verfügbarkeit bei gleichbleibender Spannungs- und Frequenzqualität – bei laufendem Betrieb. Die grundsätzlichen Fragen, die sich bei der zunehmenden Einbindung erneuerbarer Energiequellen stellen: Was ist zur Stabilisierung des Netzes geeignet – in welcher Kombination? Weitreichende Verstärkung über das gesamte Netz? Lokale Energiespeicher mittels Batterien? Flexibilisierung der Nachfrage, um die Kurve der Spitzenlasten zu glätten? Wie so häufig gibt es dazu keine einfache Antwort.

Regionale und nationale Eigenheiten müssen berücksichtigt werden zusammen mit weiteren Faktoren, wie zum Beispiel dem künftigen Preis elektrischer Energie oder der technischen und ökonomischen Entwicklung der Batteriespeicherung.

Eine wichtige Rolle wird die Digitalisierung spielen. Wer die multidirektionalen Stromflüsse und die schwankenden Einspeisungen beherrschen will, muss die entsprechenden Daten für Schutz und Steuerung zur Verfügung haben. Neue digitale Unterwerke werden die Netzautomatisierung weiter vorantreiben. Zukünftig wird es also mehr «Intelligenz» im komplexer werdenden Versorgungsnetz brauchen.

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  • G_1710_Perspektiven (PDF)

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